Verena Rotky

Ich traf mich vor kurzem mit der Künstlerin Verena Rotky in ihrem Atelier in der Grazer Rechbauerstraße. Kennengelernt habe ich sie Ende April 2013, als sie gemeinsam mit dem Künstler Emil Srkalovic ihre Werke zum Thema SWEET : MEAT präsentierte. Schon damals spezialisierte sie sich auf füllige und nackte Körper.  Ihre Werke stehen dabei meist in einem sozialkritischen Kontext. So scheinen die meisten Werke zwar Frauen abzubilden, jedoch seien dies in Wahrheit Männerkörper, bei denen es sich ebenso um weibliche Darstellungen handeln könnte. Lediglich unsere Wahrnehmung, die durch Klischees und soziale Strukturen geprägt ist, lässt uns darauf Frauen erkennen.  Man käme nicht psychisch als Mann oder Frau zur Welt, sondern würde erst durch unsere Gesellschaft dazu gemacht. Sie sieht ihre Bilder somit als Symbole einer grundsätzlichen Befreiung…

„Ist der Mensch nichts als Fleisch? Sind wir darunter und dahinter nicht alle dieselben?
In ihren Arbeiten steht das Menschliche im Mittelpunkt,
das Individuum, welches versucht, sich aus dem System, in dem wir leben, zu befreien.“

Verena Rotky & Emil Srkalovic bei der Eröffnung der Vernissage "SWEET : MEAT"

Verena Rotky & Emil Srkalovic bei der Eröffnung der Vernissage „SWEET : MEAT“

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Verenas Arbeiten zum Thema SWEET:MEET

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Teamplayer: Verena Rotky und Fotograf Stephan Weixler

Auch sie selbst scheint als Künstlerin nach einer Art Befreiung zu suchen. Der Befreiung aus vorgegebenen Gesellschaftsstrukturen und gesellschaftlichen Wertvorstellungen. Besonders mit dem Kunstmarkt hat sie so ihre Probleme. In der heutigen Zeit scheint dieser nur mehr an Profitmacherei gekoppelt zu sein. Sobald ein Künstler bekannt ist, meint sie, scheint dessen Kunst ihren natürlichen und unverfälschten Wert zu verlieren. Kunst sollte für sie jedoch nie seelenlos sein, wenn möglich zeitlos. Kunst als Berufung, unabhängig davon, ob andere deine Kunst zu schätzen wissen oder nicht. Verena Rotky, die sich selbst als Romantikerin beschreibt, malt seit ihrer Kindheit. Zu Schulzeiten war es ihr einfach möglich, durch bestimmte Lernschwächen andere Fähigkeiten und Stärken auszubauen. Damals, meint sie, sei sie ein sehr schüchternes Kind gewesen, das sehr viel für sich alleine und zurückgezogen gezeichnet und gemalt habe. Heute charakterisiert sie sich als offen und sozial. So arbeitet sie nebenberuflich für den Verein ISI – Initiative Soziale Integration und beteuert, dass für sie in der heutigen Zeit kaum eine künstlerische Arbeit ohne den sozialen Faktor funktionieren kann. In ihrem Atelier arbeitet sie daher Raum an Raum mit dem Fotokünstler Stephan Weixler, der sie bei all ihren Projekten begleitet und unterstützt. 

Arthur Rimbauds schrieb: »[…] Es ist falsch zu sagen: Ich denke. Man müsste sagen: Ich werde gedacht. […]«

Vor 2 Jahren begab sie sich, nach einer persönlichen Schaffenskrise, auf eine tiefgründige Selbstfindungsreise. Ihre Werke, die sie im Zuge der Ausstellung „Ich ist ein anderer“ malte, sind für sie eine Art Kindheitsverarbeitung und waren dazu da, herauszufinden, inwieweit Familie und Freunde ihr künstlerisches Dasein durch deren Wahrnehmung über sie als Malerin in der Vergangenheit beeinflussten. Im Zuge ihrer Reise beschäftigte sie sich sehr intensiv mit ihren Wurzeln. Genau genommen mit ihrem Großonkel- dem Landschaftsmaler Carl Rotky. Obwohl dieser schon einige Jahre vor ihrer Geburt verschieden ist, fühlt sie sich sehr mit ihm als Mensch und Maler verbunden. Diese Verbundenheit, im Rückblick und in der Erinnerung an sein Wesen, spiegelte sie in ihren Werken wider, so dienten die Holzschnitte und Gemälde ihres Großonkels als Hintergrund. Im Vordergrund: Die „imperfekte“ Person.

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Für „Ich ist ein anderer“ entstand so eine Bildserie, die sie in Zusammenarbeit mit ihrem jahrelangen Partner, Stephan Weixler gestaltete. Für die Ausstellung, die im Frühjahr 2015 im Naturparkzentrum Grottenhof stattfand, hielt Hermes Phettberg persönlich die Laudatio.

Hermes Phettberg wurde zuvor von Stephan Weixler abgelichtet. Anschließend von Verena Rotky auf Leinwand umgesetzt

Hermes Phettberg wurde zuvor von Stephan Weixler abgelichtet und anschließend von Verena Rotky auf Leinwand umgesetzt…

Vernissage Grottenhof Leibnitz 2015

Vernissage Grottenhof Leibnitz 2015 „Ich ist ein anderer“

In ihrer neuen Serie, die im Frühjahr 2017 in der Galerie am Flughafen Graz zu sehen sein wird (es steht noch kein genauer Termin fest), verarbeitet sie ihre Erfahrungen, die sie aus ihrer 3-monatigen Reise durch Japan sammeln konnte. Gemeinsam mit Fotokünstler Stephan, entstand eine beachtliche Fotoserie, unter anderem wurden semiprofessionelle Sumoringer abgelichtet. In ihren Arbeiten möchte sie nun, die Dynamik und Kraft der japanischen Sportler wiedergeben.

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© Stephan Weixler „Japan – Kontraste“ (2015/16) entstand im Zuge eines dreimonatigen Auslandsaufenthaltes in Japan. Die Inspiration zu dieser Arbeit ist, Japans Kontraste aufzuzeigen…Mehr auf http://www.stephanweixler.com

Im Hintergrund werden japanische Farbholzschnitte und Linolschnitte gezeigt

Im Hintergrund werden steirische und japanische Farbholzschnitte und Linolschnitte gezeigt. Vordergründig erscheinen die Sumoringer

KONTAKT:

www.verenarotky.com
v.rotky@aon.at

 

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