Personal | In Zeiten wie diesen…

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…greift man sich echt am Schädl und fragt sich ” Wo kam das so plötzlich her…?”

 

Die ganze Welt im Ausnahmezustand. Als Thriller- und Horrorfilm Fan, dachte ich, ich hätte schon alles zum Thema „Weltuntergang“ gesehen. Wie es sich real abspielen könnte, war mir dennoch nicht ganz bewusst. Bis heute. Damit will ich nicht sagen, uns stünde der Untergang bevor. Aber in Coronas Zeiten, geht einem ganz schön der „Schiarch“ an, dann nämlich, wenn man mitbekommt, wie die Menschheit tatsächlich reagiert….

Fr. der 13.3.: Österreich weist 400 Coronafälle auf, die Regierung soll am Nachmittag bekannt geben, wie es mit den Laden-Öffnungszeiten weitergeht. Während einige sich mittels Hamsterkäufe auf den Weltuntergang vorbereiten, dröhnen andere, dass die herkömmliche Grippe ja jedes Jahr viel mehr Todesopfer fordert. Plötzlich werden Äpfel mit Birnen verglichen. Einige jammern, dass sie am Wochenende gern feiern gehen wollten, und dass es „echt scheisse“ sei, dass nun alles zu hat. Zeitgleich prügeln sich im Supermarkt um die Ecke a paar Hanseln um Konservendosen.

 Fakt ist:

In Österreich herrscht Ausnahmezustand und der kam rasch. Von einem Tag auf den anderen. Täglich erreichen uns neue Beschlüsse unserer Regierung. Die Zahlen der Betroffenen steigen rasant. Unterdessen sitz ich daheim – wofür ich dankbar bin – und verfolg das Ganze via Medien und Soziale Netzwerke. Immer wieder tausch ich mich mit einer lieben Freundin aus, die sich als Ärztin in Linz bereits jetzt auf den Super-GAU vorbereitet. Und dann denk ich mir, dass es jetzt gescheit wär, nicht in Panik zu verfallen. Aber so ganz, will das im Moment auch nicht klappen. Und dabei wäre es gut, wenn das Leben dennoch halbwegs normal weitergehen würde?! Oder etwa nicht? Aber Lippenstifte anpreisen, will ich dann in Situationen, wie diesen auch nicht so recht. Außerdem spuken mir im Kopf diverse Horrorszenarien umher, die sich selbst mit einem guten Film, nicht so ganz vertreiben lassen wollen. Also mach ich das Beste daraus. Ich schreib mir meine Gedanken nieder…und verschaff mir dadurch…

ein Quäntchen Trost!

Freitagnachmittags kam dann zwar die Freigabe (ich nenn das mal so) der Regierung, dass nicht lebensnotwendige Läden, sowie viele Bereiche im Dienstleistungssektor, zumachen sollen, aber sicher, ob die Maßnahmen ausreichen, bin ich mir nicht… Als Freigabe betitel ich es übrigens deshalb, weil ich der Regierung für diese Beschlüsse dankbar bin. Ich glaube zu wissen, dass sich viele – trotz der prekären Lage und aus Angst vor Verlusten (die ja real ist) – gegen eine Schließung entscheiden würden. Dass viele Schüler, die jetzt frei haben, dennoch Party machen würden. Es bedarf anscheinend gesetzlich geregelter Verbote, um die Situation in Schach zu halten. Denn wie schon gesagt, viele sind sich dem Ernst der Lage, nach wie vor nicht bewusst. Während wieder andere so tun, als würden alle in absehbarer Zeit sterben (…gut diese Angst habe ich zwar nicht, aber dennoch könnte ich als symptomloser Träger und Überträger fungieren), versuche ich bereits jetzt, meine sozialen Kontakte auf ein Minimum zu beschränken.

Photo by Tim Mossholder on Unsplash

Samstag der 14.03. – über 600 Infizierte. Allmählich drängen sich wirtschaftliche Hilfs-Maßnahmen in den Vordergrund. Notfalllösungen müssen her. Unser komplett unvorbereitetes Österreich schlägt sich recht tapfer muss ich sagen. Mein Vertrauen in unsere Regierung wächst. Wer hätte das gedacht…Auch wenn ich die letzten Tage beobachten musste, dass viele an ihr zweifeln. Vor einigen Tagen noch, meinten einige dass dieses rigorose Vorgehen unserer Politiker einer Panikmache gleichzusetzen wäre. Nun ja. So schnell ändert sich die Meinung der Menschen – nicht wahr? Heute so –  morgen so. Ein weiterer Grund, der mich an meine Mitmenschen zweifeln lässt. Wie Fähnchen im Wind, agieren sie. Und gerade in Zeiten wie diesen wären wir auf starke, solidarische und loyale Mitbürger angewiesen, die Hirn bewahren. Keine Maulhelden!

Daher möchte ich erneut an alle appellieren,…

…den Ernst der Lage zu erkennen. Sich vor Augen zu führen, was so ein Virus, gerade mal 4 Monate alt, auf der Welt bereits angerichtet hat. Wie sehr wir alle voneinander abhängig sind. Wirtschaftlich, menschlich usw. Denkt daran, dass die Maßnahmen zu Eindämmung hart sein müssen, wir wollen kein 2. Italien sein. (Und sind mit 7x weniger Einwohnern eigentlich schon auf den besten Weg dahin…)

 

ABER: Es ist alles noch schaffbar! Wenn wir rücksichtsvoll sind. Wenn wir liebevoll bleiben. Wenn wir nicht durchdrehen und unsere Mitmenschen dadurch gefährden. Denn genau dann kämen weitere Sorgen hinzu. Also bitte Leutln bleibts cool. Lasst uns der Welt zeigen, wie stark unser Österreich in Krisenzeiten ist. Lasst uns vorbildlich sein! Lasst uns die Menschen, die nun besonders viel leisten müssen (Ärzte, Pfleger, Polizei…) entlasten, indem wir Ihnen nicht noch mehr aufbürden. Ja wir sorgen uns alle – zumindest hoff ich das – aber es liegt nun an jedem einzelnen von euch, die Situation zu entschärfen. Nun haben wir die Chance wahre menschliche Größe zu beweisen.

 

In diesem Sinne #lasstunsgemeinsamstarksein

PS: Verschwörungstheorien und Schuldzuweisungen (ob wahr oder nicht) ändern an der Situation im Moment NICHTS. Das sollten wir uns vielleicht, und wenn überhaupt, für später aufheben, wenn alles überstanden ist…

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