PLURAL – Mehr als nur Mode

Im Talk mit der Grazer Designerin Magdalena Brunner

Bereits vor 100 Jahren beschäftigte sich Georg Simmel (deutscher Philosoph und Soziologe) mit dem Thema Mode und definierte sie als etwas, das in erster Linie vom eigenen vergänglichen Charakter lebt. Laut seiner Definition, lässt sich Mode also kaum mit dem Prinzip der Nachhaltigkeit vereinbaren. Seine Theorie spiegelt die sogenannte Fast Fashion Industrie wider, die dem Konzept des Wegwerfens und Neukaufens unterliegt. Eine Gegenbewegung dazu: Die Slow Fashion Industrie. Slow Fashion ist eine neue Kultur mit Kleidung umzugehen. Neben einem entschleunigten Entstehungsprozess, geht es auch um einen entschleunigten und bewussteren Konsum von Kleidung. Das beginnt bei einer sorgfältigen Auswahl der Rohstoffe, einer nachhaltigen Produktion, einer kurz gehaltenen Produktionskette, sowie einem Handel, der nahe am Produkt geblieben ist.

Vor Kurzem habe ich mich mit der Grazer Architektin und Designerin Magdalena Brunner auf einen Kaffee getroffen. Ihre Modelinie, die unter dem Namen PLURAL die Philosophie der Slow Fashion Bewegung verfolgt, übernimmt Verantwortung – Verantwortung für die Menschen, die Umwelt und die Wirtschaft. PLURAL produziert aber nicht nur mit hochwertigen Biomaterialien und verwertet alte ausgediente Kleidung, sondern verzichtet bewusst auf tierische Produkte. Denn Parallel zum Veganismus als Ernährungsweise, der sich vom Nischenphänomen zum Mega-Trend gemausert hat, verzichten immer mehr Designer, wie Magdalena auch, auf tierische Materialien wie Pelz, Wolle, Seide, Daunen oder Leder. Sie entwerfen vegane Kleidung aus natürlichen oder recycelten Materialien. Die Designerin, die ihr Label 2014 gründete, will gemäß ihrer eigenen Ideologie, die Modewelt von ihrer Oberflächlichkeit befreien. So beruht auch der Name des Labels selbst auf einem tiefer gehenden Grundgedanken. PLURAL leitet sich nämlich von Pluralismus ab, der eine Vielfalt an Anschauungen, Religionen und Kulturen, Lebensweisen und Gebräuchen anerkennt. Die Idee ihr Label unter diesem Namen zu führen, kam ihr während ihres Architekturstudiums. 2013 verfasste sie ihre Diplomarbeit über den „Pluralismus und die Wiederbelebung der Innenhöfe in Graz“. Da für sie auch Mode und Stilempfinden subjektiv sind und keinem Dogma folgen, schien die Namensgebung sehr treffend. Damals fand die heute Dreißigjährige auch den Zugang zur Nähmaschine. Bei Moda Lisa in der Grazer Reitschulgasse absolvierte sie zusammen mit ihrer Mutter einige Nähstunden.  Da Magdalena hauptberuflich als Architektin tätig ist, wird es kurz vor Saisonbeginn immer recht hektisch bei ihr. Denn erst dann erstellt sie ihre neuesten Entwürfe und Designs und händigt ihre Prototypen an eine bekannte Schneiderin in Werndorf aus. Kurz darauf geht es mit den ersten Teilen zum Shooting für das neue Lookbook, welches sie an ausgewählte Shops in ganz Österreich verteilt. Wenn man Magdalena fragt was sie am Modemachen am meisten begeistert, dann schwärmt sie vor allem vom Prozess des Designens. Der Schaffensprozess gehört nur ihr, meint sie, das ist einfach der perfekte Moment für mich. Nach dem Motto „Ganz oder gar nicht“ entschied sie sich schon kurz nach der Fertigstellung ihrer ersten Kollektion 2014, mit ihren Modekreationen an die Öffentlichkeit zu treten. Ihren ersten Stand hatte sie damals am Grazer Feschmarkt. Seitdem stellte sie auf unzähligen Events und Märkten aus. Im Herbst 2016 bringt sie bereits ihre 5. Kollektion auf den Markt. Diese kann man übrigens ab 12. September auf der MQ VIENNA FASHION WEEK.16 bewundern. Ihre minimalistische vegane Bio-Mode kommt bei den Händlern gut an. Immer mehr Shops (u.a. SUN/SET/STAR, ZERUM, A/T STORE) vertreiben ihre Entwürfe. Dabei bleibt sie ihrer ursprünglichen Überzeugung stets treu. So geht sie nie nach angesagten und kurzweiligen Modetrends, sondern setzt auf langlebige Kleidungsstücke, die auch in vielen Jahren noch tragbar sind. Im Sinne der Nachhaltigkeit entwarf sie im Sommer dieses Jahres in Kooperation mit der Designerin Johanna Hauck sogar ihre erste Bademodelinie. Unter dem Label SJØ kann man die minimalistisch gestalteten Badeanzüge und Bikinis bei SESTRA in Graz erwerben. In welchen Shops du Magdalenas Mode noch erwerben kannst, erfährst du im Anhang. Denn für ihren Traum vom eigenen Atelier mit Showroom, lässt sich die Designerin noch etwas Zeit. Im Moment genießt sie es einfach noch in beiden Welten beheimatet zu sein. In der Welt der Mode und der Architektur.

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