MAKING OF:CITYTRENDS MAGAZIN

ODER: DAS LEBEN IST KEIN PONYHOF!

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Am 23. und 24. August hatte ich wieder das Vergnügen, mich für den Citypark Graz als Fashion-Stylistin zu beweisen. Die Umsetzung der neuen Modestrecke für das Citytrends Herbstmagazin stand bereits seit Monaten terminlich fest, aber wirklich darauf vorbereiten kann man sich auf ein derartiges Vorhaben kaum. Allenfalls seelisch, indem man sich sagt: „Es wird schon alles funktionieren.“ Man kann zwar Magazine wälzen und auf diversen Social Media Plattformen Inspirationen zu den aktuellsten Herbsttrends sammeln, aber im Vorhinein sagen, wie das Sortiment der Shops Ende August dann tatsächlich aufgebaut sein wird, kann man nicht. Im Nachhinein bin ich froh, dass wir uns nicht auf das Thema Stiefel geeinigt haben. Es stellte sich nämlich heraus, dass man Ende August vergeblich nach derartiger Fußbekleidung sucht. Es wäre tatsächlich einfacher gewesen, meine Models mit Weihnachtsdeko zu behängen. Die Geschäfte befinden sich Ende Sommer in einer Art Übergangssaison. Die Kleiderständer sind randvoll mit Sale-Ware, selbst der Handel kann kaum abschätzen, wie rasch Platz für die neue Herbstkollektion gefunden werden kann, beziehungsweise muss. Kaum einer kann vorhersehen, wie das Konsumverhalten der Kunden diese Saison aussehen wird. Was also tun, wenn man eine herbstliche Modestrecke plant? Eine die womöglich alle Herbsttrends, wie man sie auf den Laufstegen der Mode-Metropolen bereits vor Monaten bestaunen konnte, zusammenfasst. Punkt eins ist schon mal, sich einzugestehen, dass jegliche Träumereien bezüglich eines Wunsch-Outfits, wie Seifenblasen zerplatzen werden. Mit Sicherheit sogar. So wählten wir – das Marketingteam des Einkaufscenters und ich – recht optimistisch, das Thema Samt und Leder. Da ich eine persönliche Vorliebe für diese beiden, recht konträren Materialien habe, war meine Vorfreude groß, die Umsetzung hakte allerdings etwas. Rasch erkannte ich, dass ich mich von meiner Idee vom kobaltblauen Samt-Blazer mit dazu passender Hose, verabschieden musste. Die erste Seifenblase zerplatzte. Das Stylisten-Leben ist nun mal kein Ponyhof. Einen kompletten Herbst-Look in Samt zu kreieren, würde im Moment einfach nicht möglich sein. Die einzigen Kleidungsstücke in Samt, waren Träger-Tops, die sich auf den Sale-Ständern nebst anderen Überbleibseln der Sommersaison tummelten. Um das Thema dennoch beizubehalten, beschloss ich mich auf Leder und Lederimitate zu konzentrieren. Meine Outfits sollten lediglich durch Accessoires in Samt bestechen. Farbtechnisch kam ich von den dunklen Blautönen ab. Hauptsächlich war hier das Angebot in den Männerabteilungen der Geschäfte ausschlaggebend. Lila-, Rot- und Beerentöne soweit das Auge reichte. Von da an war mir klar, dass mein Pärchen im Heulager, in diesen Nuancen bestechen sollte. Mir gefiel die Vorstellung, dass mein blondes Männermodel, mit den markanten Gesichtskonturen und der Heugabel in der Hand, in einem fliederfarbenen Hemd posieren würde. Sein weibliches Pendent – Lisa – sollte also ebenso in dieses Farbkonzept passen. Für mein Covermodel Melissa wählte ich einen bordeauxroten Lederrock und einen Blazer in Glencheck-Optik. Ihre modernen Gesichtszüge sollten einen schönen Gegenpol zum eher konservativen Muster bilden. Im Nachhinein muss ich sagen, dass es trotz anfänglicher Zweifel gut mit dem Zusammenstellen der Outfits geklappt hat. Ich konnte einige aktuelle Herbstfarben (Rot-, Grün und Lilatöne) sowie andere Trends, wie etwa Tops mit Volants, Karomuster und Textilien aus Samt und Lederimitat einbauen

CITYtrends #3 Konzept & Seitenspiegel_sw

DER 23. AUGUST IM DETAIL – LOCATION: CITYPARK GRAZ

8:45 Uhr: Bei einem kurzen Briefing besprachen Roswitha Nistelberger (Marketingleitung Citypark), Manuela Weichhart (Marketing Assistentin) und ich, unser Konzept anhand des Sujets. Das Sujet hatte ich zuvor bereits via Mail erhalten. Außerdem waren mir die wichtigsten Eckdaten unserer drei Art & Fashion Team Models bekannt. Ich kannte deren Haarfarben, Kleider- und Schuhgrößen.

9:00 Uhr: Das Einkaufszentrum erwachte. Schön langsam tummelten sich die ersten Kunden in den Geschäften. Mittendrin ein Grazermadl samt Einkaufswagen, Sujets und Fotos der Models. Dieses Mal operierte ich vorausschauender als beim letzten Mal. Da stellte sich nämlich heraus, dass ich der Kategorie „emotionaler Impulskäufer“ zugehörig bin. Was mir gefiel, wurde unverzüglich eingesammelt. Mit dem Ergebnis, dass ich zahlreichen Kleidungsstücke via Hand und ohne umweltschädigende Plastiksackerl durch die Gegend balancierte. Als ich beim Einkaufswagen ankam, hatte ich bereits 30% meiner Besorgungen erledigt, meine Arme schmerzten und die Blicke der anderen Kunden verhießen Mitleid und Besorgnis bezüglich meines Geisteszustandes. Eher demotivierend. Dieses Mal wollte ich mir diese Erfahrung ersparen. So kurvte ich frohen Mutes mit meinem Wagerl von Geschäft zu Geschäft…

9:20 Uhr: Keine Stiefel. Noch nicht. Temporäre Verzweiflung meinerseits.

9:30 Uhr: „Samt haben wir noch nicht! Vielleicht kommende Woche. Da kommt Neuware!“

9:45 Uhr: Ich entdeckte ein knallrotes Top mit ausladenden Ärmeln bei Vero Moda. Rot ist gut. Rot liegt im Trend. Schön langsam atmete ich auf. Schön langsam gewann ich einen Überblick über die aktuellsten Kollektionen der Shops. Ich wurde zuversichtlicher.

10:50 Uhr: Ich hatte es geschafft meinen ersten Look zu vervollständigen. Stiefel wären mir zwar lieber gewesen als Stiefeletten, aber immerhin…

11:00 Uhr: „Wer sind Sie? Für wen arbeiten Sie?“ Eine Frage die ich an diesem Tag nicht zum ersten Mal hörte. Nach 10-minütiger Erläuterung bekam ich endlich die gewünschte Ware samt Lieferschein ausgehändigt. Denn nein: „Zahlen tu ich nicht. Einen Lieferschein bitte.“

11:30 Uhr: Hier fehlte ein Hemd, da ein Schuh, ein bissal chaotisch im Wagerl. Wo war das Sujet nochmal versteckt?

12:00 Uhr: Hunger. Mahlzeit. Ich genoss die vielleicht letzten warmen Sonnenstrahlen auf der Terrasse. Neben mir mein Einkaufswagen. Es ist interessant wie die Leute einen ansehen, wenn man einen derart gefüllten Wagen neben sich stehen hat.

12:45 Uhr: Schön langsam wurde es Zeit in den Endspurt zu gehen. Zu dem Zeitpunkt dachte ich noch, dass ich bis 15:00 Uhr fertig würde. Mir fehlten bei jedem Outfit nur mehr Kleinigkeiten. Dennoch wurden die nächsten Stunden recht stressig. Was ich wollte bekam ich nicht, was mir gefiel war teilweise im Sale oder Restware. Ich benötigte aber Neuware mit hoher Stückzahl. Immerhin sollten die Outfits noch erwerblich sein, wenn das Magazin herauskommt.

14:00 Uhr: “Können Sie mir sagen wie man einen Lieferschein ausfüllt?“ „Schaun Sie, die anderen machen das so…“

14:45 Uhr: Okay. Nur mit der Ruhe. Allmählich lief mir die Zeit davon. Zum vierten Mal – oder so – lief ich in Geschäfte, in denen ich bereits gewesen war. Es hätte ja sein können, dass ich was übersehen habe…Teilweise war das auch der Fall. Und ab und an, stellte sich heraus, dass ich bereits gesehenes nun doch gebrauchen könnte.

15:15 Uhr: Zurück ins Bürocenter. Es war Zeit die Ware auf dem großen Besprechungstisch auszubreiten und mir die Meinung von Roswitha und Manuela einzuholen. Auch für mich ist das  immer ein spannender Moment. Die Stunde der Wahrheit, in der sich zeigt, ob das Outfit wirklich so gut, wie in meinem Kopf aussieht.

15:45 Uhr: Alles passte zusammen, aber irgendwie stimmte das Cover-Outfit noch nicht. Der Wow-Effekt fehlte. Also nochmal ein paar Ehrenrunden

17:30 Uhr – ca…der „Shoppingtag“ neigte sich schön langsam dem Ende zu. Gegen 19:00Uhr kam ich sehr erschöpft aber äußerst zufrieden nach Hause.

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24. AUGUST: EIN PFERDESTARKER SHOOTINGTAG

Dieses Mal erwartete uns eine ganz besondere Shootinglocation. Für unsere herbstlichen Outfits waren wir am Horse Resort Sonnenhof zu Gast und durften dort das schöne Ambiente genießen. Obwohl genießen wäre zu viel des Guten. Shootings mit Tieren sind nie einfach. Sie stellen Models, als auch den Fotografen oftmals vor unerwartete Herausforderungen und können ziemlich unberechenbar sein. Vor allem der Zeitfaktor ist dabei so unvorhersehbar. Dafür hat man aber die Ehre mit ganz besonderen Statisten zu shooten und kann so, mit wunderschönen und einzigartigen Ergebnissen rechnen…

HorseResort_am Sonnenhof

Als erstes fotografierten wir unser Fashion – Days – Sujet. Ich denke die folgenden Fotos sprechen für sich. Nachdem wir Model Lisa skeptisch beäugten, noch ein wenig hier und ein wenig da herumzupften, konnte Chris Zenz sie dann auch ablichten. Auch dieses Outfit besticht in den angesagten Herbsttönen, sowie Materialien. Dies war übrigens noch eins unserer leichtesten Szenarien. Die folgenden, in denen unsere Statisten gefragt waren, waren schon etwas zeitaufwändiger…ChrisZenz_Citytrends_Fashiondaysfashionday_shootingCITYtrends_Konzept _fashiondaysCitytrends_001Citytrends_004Citytrends_mix_01Citytrends_003Citytrends_Manfred1

Manfred hatte eins der schwersten Settings. Er sollte Fotograf Chris und Assistent Markus ja eigentlich nur mit dem Pferd entgegenkommen. Unser Jolly Jumper (leider weiß ich den richtigen Namen nicht mehr – er erinnert mich nur so an unser tierisches Model) machte es ihm allerdings so gar nicht leicht. Ich denke Manfred schlenderte den Weg an die 100-Mal rauf und runter. Bis auf Jolly Jumper waren übrigens alle total relaxed. Manfred und Chris bewiesen eine wahre Engelsgeduld. Citytrends_002Citytrends_COVER_MELISSACitytrends_Lisa1

Unsere Lisa hatte es aber auch nicht einfach. Wenn nämlich ein Model mit der Naomi Campbell des Pferdestalls posieren muss, dann ist das Gezicke quasi vorprogrammiert. Vermutlich hatte Lisas erstes Co-Model aber auch nur nen schlechten Tag, mit dem nächsten Shootingpartner klappte es dann besser…Citytrends_Boxe01

Als Melissa shootete bekam sie immer mehr Zuseher…Vielleicht aber auch nur deshalb, weil sich Markus als wahrlicher Pferdeflüsterer entpuppte.    Citytrends_Heulager01

Die beiden haben sich gleich auf Anhieb verstanden. Hier musste nicht getauscht werden. Chris_Citytrends_posing

Chris Zenz wird nie müde, das sieht hier nur so aus. Mit ihm zu arbeiten macht Spaß. Ich sage sogar, dass er einer der „gechilltesten“ und dennoch effizientesten Fotografen ist, die ich bis dato kennenlernen durfte…

Heulager_Citytrends

Lange Rede, kurzer Sinn. Der Tag war einfach toll. Das Wetter hat gepasst, die Stimmung war gut und unsere Statisten haben sich im Großen und Ganzen recht tapfer geschlagen. Außerdem freu ich mich, dass die Models meine ausgesuchten Outfits so gut rübergebracht haben.

Ab 26. September könnt ihr nun die Modestrecke im Citytrends Magazin #3 bestaunen.  Das Magazin liegt dann nicht nur im Citypark Graz auf, sondern ist auch als Beilage der Kleinen Zeitung erhältlich.
CoverCitytrendsCITYTRENDS_Modestrecke1 CITYTRENDS_Modestrecke2Danke an das gesamte Team: Roswitha Nistelberger (Marketingleitung Citypark), Manuela Weichhart (Marketing Citypark), Lisa Rabl und Madeleine Lachmann (CMM Werbeagentur), Fotograf Chris Zenz samt Kollege Markus Trinkl, Visagistin Bernadette Gudera und natürlich den drei Art & Fashion Team Models: Melissa Koch, Lisa Kobalter und Manfred Turner!

KOOPERATION_CITYPARKDieser Beitrag enthält Werbung. Mehr dazu hier.

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3 Responses
  • Shadownlight
    September 20, 2017

    Hey, also ich bin ja begeistert von den tollen Bildern und danke für den Blick hinter die Kulissen!
    Liebe Grüße an dich!

  • Carrie
    September 22, 2017

    Das ist sooo cool, das würd ich auch gerne mal machen. Spannendes Projejt
    http://carrieslifestyle.com

  • Sandra
    September 27, 2017

    Hallo liebe Nicole!
    Vielen Dank für diesen Blick hinter die Kulissen! Ich mag solche Beiträge einfach total gerne, weil ich selbst überhaupt keine Ahnung davon habe, wie es bei so einem Shooting zugeht. 🙂 Danke dafür!!
    Ich habe dich zum Mystery Blogger Award nominiert. http://www.thesandrablog.at/2017/09/27/mystery-blogger-award/ Wenn du Lust hast, mach mit! Alles Liebe, Sandra

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