Der Grazer Künstler Michael Birnstingl

Eine kleine Exkursion durch das umfangreiche Schaffenswerk des Künstlers

 

Es ist noch gar nicht lange her, da beging der Künstlerbund Graz sein 90-jähriges Jubiläum und feierte dies im Zuge der Jahresausstellung unter dem Motto „Ein Schrei“ im Künstlerhaus Graz. Eine Ausstellung zu dessen Highlights sicherlich auch das Drehbild „Stummer Schrei“ vom Vorsitzenden selbst zählte. Michael Birnstingl, der vor 3 Jahren die Präsidentschaft des Künstlerbundes übernommen hat, kann im Mai 2016 nun selbst einem bedeutungsvollen Jubiläum entgegenblicken. Seit 10 Jahren ist er als freischaffender Künstler tätig und hat sich zu diesem Anlass mit mir gemeinsam auf eine kleine Zeitreise durch seine bisherige Schaffenslaufbahn begeben.

Graz ist eine Stadt die viele bemerkenswerte Künstler beheimatet. Künstler, die durch ihre Werke schon längst nicht mehr nur regional, sondern weit über die Landesgrenzen hinaus, einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt haben. Einer dieser Künstler ist Michael Birnstingl, der mit seinen Gemälden sogar schon in Galerien großer Kunststädte wie New York und Sankt Petersburg vertreten war. Meistens schickt der Künstler seine Werke aber alleine auf die Reise, nach Nowgorod oder Missouri zum Beispiel, denn für jemanden der sich selbst vertritt, steht stets der Kosten-Nutzen Faktor einer derartigen Auslandsausstellung im Vordergrund. Außerdem wäre da noch der nicht unerhebliche Faktor Zeit, denn seit Michael Birnstingl vor 3 Jahren den Vorsitz beim Künstlerbund übernommen hat, ist ihm diese recht kostbar geworden. Als Präsident gilt er immerhin als erste Anlaufstelle was Beitrittsanfragen, Veranstaltungen und Förderungen betrifft. Etliche E-Mails mit diversen Fragen und Anliegen trudeln täglich bei ihm ein und halten den bis dato jüngsten Vorsitzenden des Bundes ordentlich auf Trab. Als gelernter Grafiker ist es überdies naheliegend, dass Michael Birnstingl selbst für das Marketing und eine ansprechende Onlinepräsenz des Künstlerbundes verantwortlich ist. So ist der Künstlerbund seit seinem Vorsitz endlich auch auf Facebook vertreten und kann dadurch eine noch größere Reichweite erzielen. Seit Kurzem etwa wirbt der Künstlerbund dort mit seiner bevorstehenden Ausstellung „Himmelwelten“, welche ab 29. April 2016 (bis Ende Juni) im Stift Rein zu sehen sein wird. Mit dem Stift verbindet der Künstler – der sich selbst dem phantastischen Realismus zuordnet – eine ganz besondere Geschichte. Im Stift Rein hat er im Zweig Bildnerische Erziehung maturiert und noch heute erinnert er sich mit Stolz daran, dass es sein damaliger Klassenvorstand war, der ihm sein erstes Bild im 4-stelligen Schillingbereich abkaufen wollte. Ein Bild, welches er einst aber seinem Vater geschenkt hat und das heute noch in dessen Besitz ist. Sowieso war der gebürtige Grazer in seiner Jugend vielschichtig kreativ tätig. So hat er unter anderem an die 20 Computerspiele entworfen. Einige davon wurden sogar in der deutschen Zeitschrift „AMIGA“ veröffentlicht. Seine Berufsausbildung absolvierte er an der Akademie für Grafik und Design und hangelte sich die Jahre darauf von einer Werbeagentur zur nächsten. Ihm wurde einfach sehr schnell langweilig, erwähnt Birnstingl lächelnd. So kam er auf ganze 30 Jobs in den unterschiedlichsten Bereichen. Vorwiegend übte er diese, der Kunst wegen, auf geringfügiger Basis aus und stellte irgendwann fest, dass er in der Zwischenzeit ein recht ansehnliches Repertoire an Werken angehäuft hatte. 90 Bilder die bereit dazu waren, dem Zeichner – wie er sich selbst lieber schildert – eine Einzelausstellung zu ermöglichen. Mit einem befreundeten Kunsttischler fällte er einst eigenhändig den Baum, der ihm später die benötigten Rahmen für seine Werke liefern sollte.

Heute kann Michael Birnstingl mit Stolz auf seine Erfahrungen und bisherigen Erfolge zurückblicken. Als Autodidakt kann er mittlerweile von seiner Arbeit leben und wird namentlich in zahlreichen Foren und Büchern erwähnt. Unter anderem zählt er zu den Mitgliedern der Visionary Artists, in deren Hall of Fame auch Größen wie Ernst Fuchs und HR Giger vertreten sind. Demnächst erscheint der „Art Compass“. In diesem Nachschlagewerk wird Birnstingl als einer der wichtigsten lebenden Künstler aus Malerei, Grafik, Digitalkunst, Installation und Skulptur geführt. Wenn man als Einheimischer übrigens seine Augen in Bezug auf Kunst öffnet, entdeckt man unzählige von Birnstingls Werken in diversen Grazer Lokalen. Unter anderem können sich die Wände im Club Q, im Explosiv, im TickTack, in der Pharmacy-Bar oder im Clock Tower mit einem seiner detailreichen und farbenfrohen Werke rühmen. Wenn man sich einen echten „Birni“ zulegen möchte, muss man zwischen 800 und 3000 Euro erübrigen. Außerdem übernimmt der Künstler auch gerne Kundenaufträge in Form von Wandmalereien und Portraitzeichnungen. Einige dieser eben erwähnten Arbeiten findet ihr nun im Anhang. Des Weiteren sollen euch diverse Verlinkungen einen tieferen Einblick in das umfangreiche Schaffenswerk von Michael Birnstingl ermöglichen. In diesem Sinne, viel Spaß beim Schmökern…

Weblinks
Homepage des Künstlers (hier)
Einzelausstellung bis Ende April 2016: „Drehlandschaften“ in der Arbeiterkammer Steiermark (Infos hier)
Ausstellung von 30.04.2016 bis 30.06.2016: „Himmelswelten“ im Stift Rein (Infos hier)
Künstlerbund Graz auf Facebook (hier)
Künstlerbund Graz Homepage (hier)

Veröffentlichungen in Büchern
„New Visions of Surrealism“ (Polen)
„Who is Who in Visionary Art“ (Deutschland)
„ART3 – 1000 Kunstwerke europäischer Künstler“ (Tirol)
„Alchemistas – A Visionary Art Experience“ (USA)

die vergessenen Erinnerungen der KindheitClockTower

Zeichnungen Unbenannt-1AusstellungBeitragsbildwall200 - Einladung - Stift Rein

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