Da musst du ganz schön taff sein…

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Bloggen ist was Schönes. Du kannst dir Persönliches von der Seele schreiben und deinen Mitmenschen zeigen: „Hey, auch bei mir is nicht immer alles easy!“ Viele fühlen sich dadurch angesprochen und freuen sich, dass es Menschen gibt, die bereit sind, gewisse Tabuthemen öffentlich anzusprechen. Viele meiner Blogger-Kollegen posten persönliche Beiträge und bieten ihren Lesern somit unweigerlich einen sehr privaten Einblick in ihr Leben und ihre Psyche. Ich finde das sehr bewundernswert. Ich kann mich noch gut an meinen ersten Artikel erinnern, der meine Meinung zum Thema Beziehungen widerspiegelte. Nachdem ich ihn freigab, saß ich wie auf glühenden Kohlen. „Bin ich womöglich zu weit gegangen? Muss ich jetzt gleich mit einem Shitstorm rechnen?“ Mit jedem persönlichen Statement, jedem Foto, jedem Kommentar machst du dich transparent und somit angreifbar für andere. Natürlich geht es nicht nur uns Bloggern so. Alle die sich dazu entscheiden, mit dem was sie lieben, einen Schritt nach vorne zu wagen, öffnen sich ihren Mitmenschen und zeigen sich verletzlich. Ob du nun ein Dichter bist, der sein erstes Gedicht veröffentlicht, oder ein Maler, der sein neuestes Werk präsentiert. Wenn du einen Teil deiner Gefühls- und Gedankenwelt offenbarst, musst du ganz schön taff sein. Früher oder später kann es auch dich erwischen. Die ersten Kritiker tauchen auf. Menschen nehmen dich wahr und bilden sich ihre Meinung, über dich als Person oder über das was du tust. Und wie die Menschen nun mal so sind, lassen sie dich dahingehend so gut wie nie im Ungewissen. Desto schlechter du in ihren Augen auffällst, desto kritikfreudiger werden sie. Mit Loben tun sich die meisten eher schwer. Bekommt man auch sehr häufig im eigenen Bekanntenkreis mit. Ein: „Das machst du gut!“ scheint schwerer über die Lippen zu gehen, als eine indirekte Herabwürdigung oder subtile Beleidigung. Wenn es ganz schlimm wird, und du von einer Person nur mehr beleidigt wirst, dann hast du dir einen „Hater“ eingefangen. Eine meiner Lieblings-Bloggerinnen – Marina the Moss –  hat die „Hater“ sogar in vier Kategorien eingeteilt:

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  1. Der schnell von der Seite Hater: […] Er erkennt sofort die Schwachstelle seiner Opfer und schlägt eiskalt zu. „Flachtitte“, bumm „Der saß…“ denkt er sich wahrscheinlich. Sein Selbstbewusstsein macht wieder einen kleinen Hüpfer, bis er sich an sein eigenes Leben erinnert und schnell den nächsten Kick mit dem nächsten Opfer sucht.
  2. Der anonyme Langzeitmasochist: Er liebt es sich selbst mit den Beiträgen seiner Opfer zu quälen. Viele Nächte hindurch sieht er sich jeden einzelnen Snap und Post an. […]
  3. Der unkonstruktive Konstruktivkritiker: Er analysiert die Beiträge sehr genau. Sein höchstes Gut ist die Hilfe und Unterstützung seiner Schützlinge. Er versucht ihnen Fehler aufzuzeigen und mit Ratschlägen zu helfen um die Qualität aller zu steigern. Mit klaren Worten wie „du bist häßlich“, „Iss mal mehr“, „Geschmack kann man anscheinend nicht kaufen“ signalisiert er einem deutlich die zu verbessernden Themen. […]
  4. Die wagemutigen Pubertierenden: Nachdem sie sich mit kleinen Feiglingen ordentlich Mut angetrunken haben, gehen sie aufs Ganze. Das Handy wird rausgeholt, Snapchat gestartet und mit einem leicht betrunkenen Grinsen der Stinkfinger […]

In ihrem Beitrag „Öffentliches haten ist so 2015“ zeigt sie ganz klar, wie angreifbar du dich im Netz machst. Ich will hier mit meinem Beitrag gar nicht herumjammern, denn wirklich negative Kritik, blieb mir bis dato erspart. Oder ich hab sie nicht mitbekommen, oder als solche wahrgenommen. So sensibel ich privat auch oft sein mag – danke lieber Fische Aszendent – in meinem Business ist dafür schlichtweg kein Platz. Als Blogger muss man sich dessen bewusst sein. Es werden immer wieder Leute kommen, die meinen sie könnten etwas besser, und sie werden es dir trotzdem nie beweisen, weil sie es eben nicht können. Weil sie eh nur labern. Fakt ist, je mehr Menschen auf dich aufmerksam werden, desto mehr Leute wird es geben, die ihren Senf dazugeben. Bitte nicht falsch verstehen, ich halte mich noch nicht für einen derart wichtigen Influencer, mir ist schon bewusst dass mein Bekanntheitsgrad noch nicht einmal fürs Dschungelcamp reicht, aber auch ich muss mich jetzt schon damit auseinandersetzen, dass ich nicht Everybody’s Darling sein kann.  Und genau darin steckt auch meine Stärke. Das macht mich als Individuum aus. Dadurch biete ich meinen Lesern, die Möglichkeit sich mit mir identifizieren zu können. Oder eben nicht. Auf meinem Blog bin ich ganz ich, wie im realen Leben auch. Werde ich kritisiert, kann ich die Chance nutzen und meinen Lesern als Vorbild dienen und ihnen zeigen, dass ich auch würdevoll kontern kann. Ich muss dann auch keinen auf Naddel Abdel Farrag der Bloggerszene machen, und die Mitleidstour schieben. Und wenns mir tatsächlich zu tief und zu langwierig wird, jo mei, dann verklag ich sie halt. Ich bin erwachsen, führe ein Leben außerhalb des Internets und gebe auch da draußen nicht mehr allzu großen Wert auf die Meinung anderer. Ich bin jemand der oft konstruktiv kritisiert und derartige Kritik auch annehmen kann. Aber ich kann auch Loben. Kann meinen Mitmenschen sagen, dass sie wunderbar sind. Kann über Beleidigungen hinwegsehen und mir denken, dass das Karma das schon richten wird. Hier im Netz ist das Leben eigentlich gleich wie im offline Leben auch: Wenn du was erreichen willst, musst du ganz schön taff sein…

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4 Responses
  • Miss Classy
    Februar 12, 2017

    Wahre Worte meine Liebe ❤️ und einfach genial geschrieben. Taff bist du auf jeden Fall und das ist auch gut so. 🙂 Nur ja nicht unterkriegen lassen. :-*
    LG Doris
    http://www.miss-classy.com

    PS: tolles Outfit! Vor allem die Jacke ist der Hammer! 🙂

    • nicigoeswild
      Februar 12, 2017

      Dankeschön Doris, kennst mich eh…Stehaufmanderl 🙂

  • Melanie Pignitter
    Februar 23, 2017

    Ein Beitrag – wie für Blogger und Personen, die in der Öffentlichkeit stehen gemacht. Ich stimme dir so sehr zu! Man mag es kaum glauben, aber manche Menschen haben sogar meinen Artikel über meine persönliche Krankheitsgeschichte kritisiert. Vermutlich genau diejenigen, die es sich am meisten wünschen sich dermaßen offenbaren zu können. Ich habe viele Jahre als Trainer gearbeitet und weiß vor allem durch meine Ausbildung zum Dipl. Mentaltrainer, dass Feedback immer mehr über den Menschen aussagt, der es gibt – als über den, der es erhält. Ist ja irgendwie logisch schließlich nehmen wir nur das wahr, was unser Gehirn aus eigenen Wissen wiedererkennt. lg Melanie – http://www.honigperlen.at

    • nicigoeswild
      Februar 24, 2017

      Hallo Melanie, nein nicht im ernst? Was kann man bei einer persönlichen Erfahrung zu kritisieren haben? Und ja, wie du schreibst, wenn du nicht irgendeinen Punkt eines anderen berührst, wird ihm die Story nicht zu nem „Feedback“ motivieren…Ich glaub auch, dass es hauptsächlich die Seite in ihnen ist, die es ihnen verwehrt, sich genauso zu öffnen. Dann folgt innerliche Ablehnung, die man eben an jemand anderen auslässt. Deshalb ein Grund mehr, Kritiker nicht allzu ernst zu nehmen…
      Danke für dein Feedback
      Lieben Gruß
      Nicole

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